Dienstag, 12. September 2017

Stau - überall ist Stau

Es ist morgens halb acht und ich stehe im Stau. Ich fahre Stückchen für Stückchen auf die weit entfernte Ampel zu und fühle mich beengt und eingeschränkt. Diese Situation beschreibt gerade ganz exakt meine berufliche Situation. Es geht immer nur Stückchen für Stückchen voran anstatt Schritt für Schritt und so sehr ich mich darum bemühe und so sehr ich mich freuen würde, wenn mein Buch bekannter würde, so mache ich wohl doch nicht das Richtige dafür, denn der Verkauf meines Buches ist sehr schleppend und ich muss ganz ehrlich gestehen: meine Bemühungen, es bekannt zu machen, sind auch sehr schleppend. Leider! Vielleicht liegt es daran, dass mich mein hauptsächlicher Job, den ich mein Broterwerb nenne, im Moment so überhaupt keinen Spaß macht.

Ich habe die Ampel erreicht und damit geht es nun ohne Stopps aber zähflüssig weiter zu dem Job, den ich früher sehr gerne und mittlerweile nur noch mit Unwohlsein mache. Wahrscheinlich kann sich jeder vorstellen, wie es ist, wenn man in ein Amt versetzt wird, wo man nicht hin will und in dem man sich trotzdem einfügen muss. Natürlich gibt es viel Schlimmeres. Aber es ist schon eine Einschränkung, in einem Bereich zu arbeiten, in den man nie hinwollte. Ich habe immer gerne gearbeitet und schöne Jobs gehabt mit sympathischen und humorvollen Kollegen. Hier, in dieser Abteilung täuschen auch mein lustiger, junger Kollege und meine herzensgute Kollegin nicht darüber hinweg, dass ich mich hier nicht wohl fühle und leider können sie mir nicht dabei helfen, mich mit dieser Abteilung zu identifizieren. Es ist schon schade. Und es lähmt mich.

Eigentlich habe ich ja gedacht, ich könnte mich vom Schreiben ernähren. Ich glaube, diese Fantasien hat jeder Autor aber die meisten werden ganz schnell und hart auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das passiert in dem Moment, wenn er vor seinen gedruckten Werken steht und sie einfach nicht verkauft bekommt. Vor allem die Self-Publisher haben in dem Fall eine sehr schlechte Ausgangssituation. So wie ich auch. Als ich mein Buch herausbrachte, dachte ich: Super! Jetzt geht’s los! Jetzt werde ich davon leben können! Nicht gut, aber wenigstens etwas. Und vielleicht doch gut. Aber dass ich wenig bis gar nichts damit verdiene, habe ich nicht erwartet.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich selbst nicht ganz unschuldig daran bin, denn Werbung und Marketing sind überhaupt nicht mein Thema. Ich kann mir nichts drunter vorstellen und auch nichts Tolles ausdenken, so wie es manche Werbefachfrauen und -männer aus dem Ärmel schütteln. Ich bin diesbezüglich völlig unbegabt und mehr der zurückhaltende Typ. Es liegt mir auch nicht, einfach irgendwo auf Menschen zuzugehen und  ihnen Werbematerial in die Hand zu drücken. Das wäre wahrscheinlich eine Alternative, aber ich bin Autorin. Ich sitze in meiner Kammer und schreibe Geschichten, alleine mit mir und meiner Fantasie. Ich laufe nicht unter Menschen herum und erzähle von meinem Buch und drücke ihn gleichzeitig Flyer in die Hand. 

Ich bewundere diese Menschen, die Guerilla Werbung machen können. Die völlig schamfrei auf fremde Menschen zugehen und ihnen Informationen über etwas Neues oder praktisches oder auch unpraktisches in die Hand drücken und sie dabei charmant und freundlich überredeten, wenigstens einmal auf die Website zu schauen. Und dabei völlig unaufdringlich wirken obwohl sie aufdringlich sind. Die eine einfache Idee aus etwas so Fantastisches verkaufen, dass man ohne es nicht mehr leben kann. Wenn ich das könnte, würde ich mein Buch bestimmt viel schneller bekannt machen aber ich bin eben nicht der Typ, der ausschließlich über sein Werk redet, auch wenn es gut ist, sogar sehr gut. Ist das ein Fehler?








#Roman #Fantasie #Griechenland #Horn #Stau #Werbung #Geschichte #Schreiben 

Montag, 14. August 2017

Vernunft im Alter? Auf keinen Fall!

Warum erwartet man eigentlich immer, dass reife Menschen abgeklärt und vernünftig sind? Vielleicht weil sie "alt" sind und deshalb entsprechend "weise" sein müssen?
Ich weiß es nicht aber ich habe mich am Wochenende dabei erwischt, dass auch ich oft erwarte, dass reife Menschen ab einem bestimmten Alter vernünftig sind. Erwartet habe! Denn am Freitag bin ich eines Besseren belehrt worden und zwar auf eine so charmante Art und Weise, dass ich total fasziniert war.

Es fing damit an, dass ich eine neue Location zum Ausgehen und Tanzen gesucht habe. Nicht, dass ich mit der anderen Location unzufrieden bin. Ich gehe gerne und regelmässig in die Matrix in Bochum-Langendreer, die meinen Musikgeschmack an einem bestimmten Freitag im Monat vertritt, aber es schadet ja nie, wenn man nach weiteren Möglichkeiten Ausschau hält.

Und so fand ich in Dortmund, Lüttgendortmund das Musiktheater Piano Bar. In der ehemaligen Bäckerei und Gasthaus Zum deutschen Hausfinden heute Rockkonzerte und ähnliche Veranstaltungen statt. Eine davon ist "Stairway To Heaven".

Ich hoffe, dass diese drei Worte jedem geläufig sind. Dieser einzigartige Song von Led Zeppelin, diese ebenfalls einzigartige Band, die mit ihrer Musik generationsübergreifend die Menschen begeistert. Für mich war klar, bei einer Veranstaltung mit diesem Namen wird "alte" Musik gespielt. Wahrscheinlich Deep Purple und Rainbow, hundertprozentig Led Zeppelin und bestimmt auch The Doors. Eben "alte" Musik von "alten" Band, die auch heute noch, soweit sie leben, großartig sind.

So war es dann auch. In der Konzerthalle mit kleiner Bühne, die ein prachtvoller Jugendstilsaal ist, dröhnten die Boxen. "Riders on the Storm", "Next", "Pictures of Home" und "L.A. Woman" umschwirrten die wild Tanzenden, die mehr oder weniger im Takt der Musik auf der Tanzfläche herumhüpften. Ich war da keine Ausnahme. Es hielt mich nicht lange an meinem Bistrotisch, wo ich mit meinem Mann stand. Ein langer Schritt und ich war auf der Tanzfläche und legte los. Wie alle Menschen um mich herum. Es war so wie in jeder anderen Diskothek und trotzdem war es anders, denn die Menschen die mich umgaben, waren mindestens genauso alt wie ich und älter.

Das war völlig neu. In der Matrix in Bochum-Langendreer bin ich mit die Älteste. Ich bin zwar nicht die einzige Frau über 40 aber ich bin definitiv eine der Ältesten. Hier in der Pianobar ist es anders. Hier bin ich eine der Jüngsten.

Um mich herum sprangen Frauen und Männer im gestandenen Alter, rockten die Songs und hatten Spaß wie die Kinder. Ein Mann in schwarz, der sich völlig verausgabte bei einem Lied, dass ich bis dahin noch nicht kannte bzw. nur in einer gecoverten Form kannte, könnte längere Zeit Großvater sein. Er war über sechzig und tanzte wie ein Dreißigjähriger. Eine Frau, groß und kräftig, mit toupierten Haaren, die man eher auf einer Tupperparty als einer Hard-Rock Party erwartet hätte. Sie tanzte ausgelassen und hingebungsvoll mit ihrem Mann und sang die Lieder textsicher mit.

Ich war fasziniert. Das hätte ich nie erwartet. Dass Menschen im reifen Alter sich auch noch wie Teenager benehmen können, wenn sie es wollen. Dieser Anblick war völlig neu und ungewohnt. Es sah wunderbar aus und die Freude dieser Menschen überstrahlte alles. Es war eine unglaublich gute Stimmung in dem Jugendstilsaal, die sich auf alle übertrug. Und als der D.J. dann noch "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin spielte, gab es kein Halten mehr. Bei meinem Mann nicht, bei allen anderen nicht und bei mir auch nicht. Alle sprangen laut singend auf der Tanzfläche herum - die ganzen Ü 40 und noch älter. Die reifen Menschen, denen die wenigsten so eine Stimmung zutrauen.

Hier in der Pianobar bei der Veranstaltung "Stairway To Heaven" kann man sehen, dass Alter immer nur eine Definition ist. Und Gottseidank sehe ich das genauso. Jetzt noch mehr als vorher.

Im Oktober werde ich wieder dort sein.....
 
 








#Horn #Matrix #Bochum #Piano Bar #Piano #griechische Mythologie #Roman #Buch #Ellen Gabriele Horn #Erotik #Spannung #Zeus #Hades #Olymp

Dienstag, 8. August 2017

Und weil es so schön war....

.....bekommt Ihr auch ein paar Fotos von Wacken und dem Festival.

Stimmlos, aber wunschlos glücklich, bin ich Sonntag abend nach hause gekommen und ins Bett gefallen. Nach vier Nächten mit wenig Schlaf war das mehr als nötig. 
Viele Konzerte finden am frühen Morgen statt, in der Zeit von 0 bis 3 Uhr und gerade diese waren für mich besonders interessant. Wenn man dann noch den Weg zum Y Camp dazurechnet, 30 bis 40 Minuten je nach Zustand der Wege, dann weiss jeder, wann man zurück am Zelt ist. Und wenn man noch unter nagendem Hunger leidet und von den Resten, die im kreativen Durcheinander auf dem Tisch liegen, verführerisch angelächelt wird, dann setzt man sich unter den Pavillion und speist noch etwas. Meistens trinkt man auch noch ein Glas Cola oder Wasser oder Saft, um die staubtrockene und wundgesungene Kehle zu kühlen. Erst anschließend fällt man ins Bett. Morgens um vier.
Und um neun Uhr beginnt der Tag wieder. Mit Konzerten, mit Lachen, mit Spass, mit Trinken und Essen und Planen, wo geht wer zu welchem Konzert. Eine geile Zeit! 


See you in Wacken - Rain or Shine





#Wacken #Festival #Roman #Griechische Mythologie #Mythologie #Horn #Erotik

Dienstag, 1. August 2017

Wacköööööönnnnnnn

Es ist mal wieder so weit!

Liebe Leserinnen und Leser, auch eine Autorin ist nur ein Mensch und als dieser bin ich ab morgen früh in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Itzehoe. Diese Örtchen hat eine Einwohnerzahl von ca. 2000 Einwohner und befindet sich im Kreis Steinburg im Bundesland Schleswig-Holstein. Der Ort wurde 1148 erstmals nachweislich erwähnt. Allerdings soll es auch Erinnerungen aus germanischer Vorzeit geben, zum Beispiel ein Hünengrab, dass auf eine ältere Besiedlung hindeutet. Der bedeutendste Fund sind drei Gürtelschnallen aus der Bronzezeit, die heute im Landesmuseum Schloss Gottdorf in Schleswig ausgestellt sind.

Aber das Allerwichtigste und Bedeutendste, das Interessanteste und Beste, das Wahnsinnigste und Lustigste, das Schwärzeste ist, dass in diesem kleinen Ort einmal im Jahr ein Festival stattfindet, der sich seit 27 Jahren etabliert hat. 
 
Jedes erste Wochenende im August reisen sie an, aus allen Herren Ländern, mit Autos, Wohnmobilen, mit Zug und Bahn, aus Europa, Asien und Amerika – die Metalheads, die Jünger des Hardrocks, die Fans des HeavyMetals, die Anhänger des Gothiks und Mittelalters. Sie kommen mit dem gleichen Gedanken, dem gleichen heißen Herzen und dem unbezwingbaren Wunsch, ihre Metallgötter zu huldigen, zu feiern und ihnen Opfer zu bringen. Opfer in Form von vernichteten Spirituosen und gegrillten Würstchen….ok, im Zeitalter von Vegan und Vegetarisch auch in Form von einer Gemüseplatte. Also ich nicht, lach, nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich bin in einer Zeit groß geworden, wo Hardrocker auch Hardrocker waren, mit Bier und Schnaps, mit Fleisch und Wurst und als Verzierung Ketchup oben drauf. Aber bitte – jeder, wie er mag.

Was ich aber sagen wollte – dort, und zwar mitten drin, befinde ich mich von morgen früh bis Sonntag und freue mich schon wie verrückt darauf. Dort ist alles anders, es ist ein eigener Kosmos, eine eigene Welt unter einer Glaskuppe oder wie ein guter Freund sagt: Hier sind 75.000 Verrückte im offenen Vollzug und keiner haut ab.

Ja, soviele sind wir. 75.000 Menschen, die über das kleine Dorf Wacken herfallen und es vereinnahmen. 75.000 Menschen, die die Geschäfte leerkaufen und die Dorfstraße schwarz färben. 75.000 Leute, die rund um Wacken zelten und im Zentrum der Macht riesig viel Spaß haben. Das Zentrum der Macht, TheHolyWackenland, ist der Dreh- und Angelpunkt, um den die Metalheads unermüdlich kreisen. Dort treten nämlich die Götter des Metal-Himmels auf. Verschiedene Band der verschiedensten Musikrichtung, die aber immer mit Rock und Metal zu tun hat. Hier tritt keine Helene Fischer auf und auch kein Cro, kein David Guetta und keine Selena Gomez. Hier nicht! In tausend kalte Winter nicht! Die sind bestimmt nicht schlecht, aber eine völlig andere Musikrichtung und haben somit auf dem Wacken Open Air – W. O. A. – nichts zu suchen.

Wacken ist ein Heavy-Metal-Festival, das zwei Wackener Einwohner vor 27 Jahren ins Leben gerufen haben und ich hoffe, dass es noch weitere 27 Jahre bestehen bleibt, denn solange will ich da noch hinfahren – mindestens!

In diesem Sinne

See you in Wacken -rain or shine
 
 



 

#Wacken #WOA #Festival #Roman #Horn #griechische Mythologie #Fantasy #HeavyMetal #Rock #Buch #Erotik #Spannung

Dienstag, 25. Juli 2017

Nimm Platz und verweile....

Man hetzt durch das Leben, schaut auf die Uhr oder auf das Handy. Man überlegt, ob dieses oder jenes heute noch zu schaffen ist oder  ob es allerspätestens morgen geschafft ist.
Oder - wie in meinem Fall - man steht unter Strom. Es ist ein andauernder Zustand der Unruhe und des Grübelns. Da man als Einzelunternehmen, als Eigenverlag und als Autorin ständig gedanklich damit beschäftigt ist, wie man auf der einen Seite mit seinen Büchern Geld verdienen kann und auf der anderen Seite darüber nachdenkt, wie das neue Buch werden soll und welchen Inhalt es haben wird, steht man ständig unter Strom. Obwohl es Freude bereitet und man sich freiwillig dafür entschieden hat, bleibt es anstrengend. Einem selber nicht bewusst, aber tatsächlich ist es so und auf Dauer ungesund.

Das habe ich dieses Wochenende gemerkt. Wenn man nämlich aus seinem Hamsterrad der Überlegungen, was noch alles geht und gemacht werden muss, ausbricht, dann zeigt sich plötzlich eine Welt voller Farbe. Wenn man die Brille der Sorge, die den Blick grau macht, absetzt und aus seinem Gedankenkarussell heraustritt, dann sieht man Farben und Licht, trotz des Regens, der verwischende Schlieren über das Blickfeld fegt. Aber das stört nicht. Selbst durch die Regentropfen bleibt die Welt bunt. Das hört sich jetzt vielleicht merkwürdig an und ist es wahrscheinlich auch, aber manchmal sind Empfinden nicht zu erklären.

Es tut gut, wenn man nach dem Regenguss die eigenen vier Wände verlässt und spazieren geht. Es tut nicht nur für die Gesundheit gut sondern für das allgemeine Wohlbefinden.
Mit offenen Augen und staunendem Gesichtsausdruck gehe ich durch den Wald. Bewusst habe ich mich für einen langen Spaziergang durch den sauerländischen Wald entschieden und mit jedem Schritt, den ich voranschreite, tiefer in das Grün hinein, fällt die Last und Sorge von mir ab. Ich bestaune die Bäume, schaue auf die vielfältigen Pflanzen und atmete die frische, reine Luft. Ich bewege mich voran, umgeben von leisem Grün in vielen Schattierungen und genieße die Ruhe. Ich setze mich auf eine Bank und verharre. Es ist wie ein Zauber. Wenn ich nach oben schaue, leuchtet die Sonne durch das ansonsten undurchdringliche Grün und wenn ich nach vorne schaue, sehe ich den sattgrünen Weg, der einlädt, beschritten zu werden. Wenn ich mich umschaue, sehe ich die wild gewachsenen Bäume, die hier überall stehen und an denen man sich nicht sattsehen kann.

Und ein Gedanke durchzuckt mich, nicht zum ersten Mal: die Natur ist ein Wunder!
Zu jeder Jahreszeit und überall. In der Sonne und im Regen. Bei Kälte und Hitze. Und sie tut gut. Das habe ich gemerkt, als ich abends nach langem Spaziergang zuhause war. Ich war ruhig und still. Ich war befreit und locker. Ich war lustig und unbeschwert.
Kurz gesagt: Ich war glücklich.










#Roman #Fantasy #Griechische Mythologie #Ruhe #Entspannung #Glück #Wohlbefinden #Wald #Wandern #Verlag #Igelrabe

Sonntag, 16. Juli 2017

Candlelight-Diner

Wenn Sie einmal in einem Schloss übernachten wollen, dann tun Sie dieses.
Wenn Sie in einem romantischen, verwunschenen und wunderschönen Schloss übernachten wollen, dann tun Sie dies in Schloss Eggersberg.


Dieses Schloss liegt auf einem Hügel im Altmühltal und ist an Romantik kaum zu überbieten.
Die Pächter des Schlosses, das sehr sympathische und liebenswerte Ehepaar Schwarz, macht aus dem Aufenthalt ein umwerfendes Erlebnis im eleganten Rahmen.

Als ganz besonderes i-Tüpfelchen für Ihren Aufenthalt im Schloss empfehle ich Ihnen das Candlelight-Dinner. Ich habe dies bereits zweimal mit meinem Mann erlebt und kann nur sagen: unvergesslich! Wenn Sie zu zweit in der alten Schlosskapelle sitzen, angeleuchtet von dem Schein von 50 bis 60 Kerzen, umweht von leiser Musik und ansonsten ganz allein mit sich und ihrem Liebsten, dann ist es etwas so Besonderes, dass Sie es nie wieder vergessen werden.

Es ist nicht nur Essen mit Kerzenschein, es ist Balsam für die Seele.











#Candlelight-Diner #Schloss Eggersberg #Roman #Ellen G. Horn #Griechische Mythologie #Buch

Mittwoch, 28. Juni 2017

Kirmes im Dorf....

....und damit hat am Freitag die fünfte Jahreszeit in der kleinen Stadt Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis in NRW, zwischen Dortmund und Wuppertal liegend, begonnen und endete gestern abend mit einem Feuerwerk, für das nicht nur ich den Kopf in den Nacken gelegt habe.


Kirmes in Gevelsberg, die berühmte "schrägste Kirmes der Welt" ist eine Institution. Sie ist lustig, voll, laut, manchmal nass aber immer unterhaltsam. Böse Zungen behaupten, dass es Menschen gibt, die die steile Straße in sechs Stunden nur einmal hinauf und herunter laufen, weil sie an jedem der zahlreichen Bierstände Freunde und Bekannte treffen und sich unterhalten. 
Es ist für jeden etwas dabei. Es gibt Karussels, Getränkestände, Stände, die Crepes, Hot Dogs, Pilze, Pommes, Eis,  Lebkuchenherzen und Zuckerwatte verkaufen. Es sind unzählige Menschen auf der Kirmes. Es wird gelaufen, gegessen, getrunken und Karussel gefahren.





 Menschen umarmen sich, weil sie langjährige Bekannte, die sie ewig nicht gesehen haben, auf der Kirmes wiedertreffen. Man schüttelt sich die Hände, lacht miteinander und gibt sich gegenseitig ein Bier aus. Man quetscht sich zusammen mit fünf Freunden auf eine schmale Bank, die zu einer Bierzeltgarnitur gehört und passt bei jeder Bewegung auf, dass die Bank nicht unter einem zusammenbricht. 

Denn auch das war schon da. 








An einem Bierstand im oberen Bereich der schrägen Kirmes stehen ebenfalls Bänke. Drei kräftige Personen, zwei Männer und eine Frau nahmen darauf Platz, weil sie froh waren ein wenig sitzen zu können. Die zweite Frau, die dazu gehörte, nicht ganz so kräftig, stand am Pommeswagen. Sie hatte Hunger und wollte unbedingt Pommes mit Currysosse. Als sie zurück kam, nahm sie ebenfalls Platz. Erst sass sie etwas verkrampft und vorsichtig aber nach ein paar Sekunden entspannte sie sich und griff nach den Pommes. Eine Sekunde später machte es "Knack" und die dünnen verstrebten Beine der Bank klappten nach aussen. Während die Frau mit den Pommes dank ihrer nach vorne gebeugter Haltung in grader Sitzhaltung mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden landete, unter sich das Holz der Bank, kippten die anderen Drei nach hinten. Der Mann auf dem ersten Sitz landete mit seinem Oberkörper in einem Strauch. Die Frau, die in der Mitte saß fiel mit dem Oberkörper auf die Wiese und warf vor Schreck die Arme hoch. Der dritte Mann behielt beim Fallen noch soviel Kontrolle, dass er sein Bierglas nach oben hielt. Während der Busch wackelte, die Frau in der Mitte einen Lachkrampf bekam, rief der dritte Mann triumphierend: "Mein Bier ist gerettet!" Die vierte Frau hielt sich an ihrer Pommestüte fest und lachte ebenfalls Tränen. 
Die Jugendlichen, die um diese spontan liegende Gruppe herumstanden, lachten ebenfalls mit, aber garnicht schadenfroh sondern amüsiert und streckten sofort viele helfende Hände hin, um die Drei, die Frau mit den Pommes war ganz schnell von alleine auf die Beine gekommen, in die Höhe zu ziehen. Das ging relativ gut, wenn man davon absah, dass die auf der Wiese liegende Frau von ihrem Lachkrampf so weich geworden war, dass sie ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte. Obwohl vier Hände an ihr zogen, kam sie nicht auf den Beinen und lachte währenddessen ununterbrochen. Als sie endlich stand, liefen ihr die Tränen in den Kragen und sie wischte sich heftig mit einem Taschentuch  über das Gesicht. Der Mann vom ersten Platz klopfte sich die Blätter und Blüten von der Kleidung, die Frau mit den Pommes pickte mit der Gabel in ihre Schachtel und der Mann, der das Bier gerettet hatte, hob das Glas. Prost! Auf die Gevelsberger Kirmes!



Das ist natürlich nur eine von vielen tollen Geschichten, die die Gevelsberger erlebt haben. 

Ich freue mich auf jeden Fall immer darauf und bin auch immer vier Tage dort, drei Tage Kirmes, ein Tag Kirmeszug.  Großartig!

Eine kleine Flucht, von der man gestärkt wieder zurück kommt.









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